Gesundes Essen ist eine Frage der Bildung

Gesundes Essen ist eine Frage der Bildung

Die richtige Ernährung ist ein Thema das viele Menschen beschäftigt. Doch das Wissen um jene Lebensmittel, die dem Körper guttun, ist bei weitem nicht so verbreitet, wie vielleicht vermutet. Eine aktuelle Studie der AOK hat nun alarmierende Ergebnisse zutage gefördert. Offenbar ist gesundes Essen in Deutschland eine Frage der Bildung und des Einkommens. Doch das war noch lange nicht alles. Mit der Kompetenz zum Thema Ernährung ist es auch nicht so weit her. Fast die Hälfte der Bevölkerung verfügt nicht über ausreichend Wissen, um beurteilen zu können, ob Lebensmittel gesund oder nicht gesund sind.

Auffallend dabei ist, dass sich deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern ergeben. Der Anteil der Frauen, die über eine ausreichende Ernährungskompetenz verfügen liegt bei 53 Prozent, jener der Männer nur bei 38 Prozent. Bei jungen Erwachsenen sind es gar nur ein Drittel der Befragten. Ganz anders ist die Situation bei älteren Bundesbürgern. Im Alter von 60 bis 69 Jahren sind rund 60 Prozent inhaltlich fit.

Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Studie des AOK-Bundesverbandes. Diese wurde Mitte Juli in Berlin von den Verantwortlichen der Öffentlichkeit präsentiert. Durchgeführt hatte diese Studie die Agentur „Facit Digital“. Dabei wurden 2.000 Personen im Alter von 18 bis maximal 69 Jahren zum Thema Ernährungskompetenz befragt. Die Erhebung erfolgte online und beinhaltete insgesamt acht verschiedene Themenfelder. Das waren selbst zubereiten, die Wahl der Vorräte, die Planung der Mahlzeiten, gesund vergleichen, gesund haushalten, smart snacken und widerstehen können, sowie gemeinsam essen.

Immer weniger kochen selbst

Dabei zeigte sich, dass vor allem junge Menschen in Deutschland kaum noch selbst zum Kochlöffel greifen. Nur noch jeder Dritte weiß, wie man sich gesund ernährt. Das ließ bei der AOK die Alarmglocken läuten. Der Trend scheint seit Jahren unaufhaltsam zu sein. Immer mehr junge Menschen greifen zu Fertiggerichten, weil ihnen das Wissen über die Zubereitung von Essen fehlt. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sei es jetzt wichtiger als je zuvor, dass sich die Menschen diese Kompetenzen wieder aneignen. Nur so sei ein Schutz der Gesundheit möglich.

Schließlich enthalten gerade Fertigprodukte jede Menge Inhaltsstoffe, die dem Körper schaden. Dazu gehören gesättigte Fette, reichlich Zucker und Salze. Die Menge ist dabei deutlich höher, als von Ernährungswissenschaftlern empfohlen wird. Diese Problematik hat auch die Politik in Deutschland längst erkannt und reagiert. So soll noch dieses Jahr eine erweiterte Nährwertkennzeichnung auf Lebensmittel kommen. Diese wird vorerst auf freiwilliger Basis einführt. Die entsprechende Verordnung wird derzeit von der Europäischen Kommission geprüft. Läuft alles glatt, dann wird sie in den nächsten Monaten umgesetzt.

Immer weniger kochen selbst
Immer weniger kochen selbst

Die Studie wies darüber hinaus nach, dass Menschen mit höherer Bildung gleichzeitig auch über eine höhere Ernährungskompetenz verfügen. So lag der Anteil bei Menschen mit Haupt- oder Volksschulabschluss nur bei rund 37 Prozent, bei Menschen mit Abitur hingegen bei rund 56 Prozent. In weiterer Folge war auch eine Korrelation zwischen dem Einkommen und dem Wissen um gesunde Lebensmittel zu erkennen. Je mehr jemand verdiente, desto eher konnte er mit Wissen zum Thema glänzen. Die AOK sieht daher eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung darin, die Kompetenz zum Thema gesunde Ernährung zu stärken. Dies sei Aufgabe der Politik, um langfristig Schäden bei der Gesundheit entgegenzuwirken.

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