Eier können ein gesundheitliches Risiko darstellen

Eier können ein gesundheitliches Risiko darstellen

In einer neuen Studie wurden die Essgewohnheiten von insgesamt 420.000 Europäern untersucht. Dabei kam erstaunliches zutage. Beim Genuss mancher Lebensmittel steigt die Gefahr eines Schlaganfalls. Dieser ist immerhin die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und gleichzeitig der häufigste Grund für bleibende Schäden bei Erwachsenen.

Die europaweit durchgeführte Studie sollte die Risiken genauer unter die Lupe nehmen. Neu dabei war, dass die Risikofaktoren für ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle erstmals differenziert wurden. Bei ersteren wird das Gehirn schlecht mit Sauerstoff versorgt, bei letzteren erhält das vom jeweiligen Blutgefäß versorgte Gebiet nicht mehr genug Sauerstoff. Blut tritt aus und drückt auf die Nervenzellen.

Unterschiedliche Risikofaktoren

In der Untersuchung zeigte sich, dass die ernährungsbedingten Risikofaktoren bei diesen beiden Arten eines Schlaganfalls nicht gleich sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich sind die Entstehungsursachen ebenfalls unterschiedlich. 80 Prozent dieser Erkrankung sind ischämische, 20 Prozent hämorrhagischen Schlaganfälle. Die Auswirkungen sind jedoch gleich. Der Betroffene verspürt Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen. Schlaganfälle zählen in Europa immer noch zu den Haupttodesursachen, dementsprechend wichtig ist daher die Vorsorge, betont die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft immer wieder.

420.000 Teilnehmer wurden 20 Jahre beobachtet

In der wissenschaftlichen Untersuchung standen daher Themen wie Ernährungsgewohnheiten, der Lebensstil und die soziodemografischen Faktoren im Fokus. 420.000 Teilnehmer aus insgesamt neun europäischen Ländern nahmen daran teil. Mit dabei waren neben Deutschland, Dänemark, Griechenland, Italien und den Niederlanden auch noch UK, Schweden, Spanien und Norwegen. Die Rekrutierung begann bereits zwischen 1992 und dem Jahr 2000. Nach fast 13 Jahren waren bereits mehr als 4.200 Schlaganfälle aufgetreten. Die Betroffenen waren im Schnitt älter als der Rest, hatten ein höheres Gewicht, rauchten öfter und tranken im Schnitt mehr als die anderen.

Geht man ein weniger in die Tiefe und untersucht die Ernährungsgewohnheiten, dann wird es spannend. Je mehr die Teilnehmer rotes oder verarbeitetes Fleisch gegessen hatten, desto größer war das Risiko an einem ischämischen Schlaganfall zu erkranken. Diese Testpersonen aßen auch weniger Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse, Käse und Milchprodukte. Wurde die Ernährung jedoch ausgeglichen, verringerte sich das Risiko. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der negative Effekt von Fleisch durch eine vollkornreiche Kost aufgehoben wurde. Die Ärzte interpretieren die Zahlen so, dass man sein Risiko durch eine ausgewogene Ernährung mit Obst Gemüse und Vollkornprodukten ausgleichen kann.

420.000 Teilnehmer wurden 20 Jahre beobachtet
420.000 Teilnehmer wurden 20 Jahre beobachtet

Eine Frage blieb offen

Ganz anders sah es da schon bei Hirnblutungen aus. Dessen Risiko konnten durch eine Ernährungsumstellung nicht ausgeglichen werden. Erwähnenswert war hier nur der Konsum von Eiern. Der führte zu einem größeren Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle. Dies wurde ab einer Menge von drei kleinen Eiern pro Woche mehr messbar. Diese Erkenntnisse decken sich mit bereits bekannten Faktoren. Immerhin weiß man seit langem, dass Nahrungsmittel, die vor einem Schlaganfall schützen, den Blutdruck senken, oder zumindest nicht ansteigen lassen. Gleichzeitig senken sie das Cholesterin. So kommt es zu einer Vorbeugung der beiden Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall. Nicht ganz klar ist weiterhin, ob der verstärkte Konsum von Eiern auch bei einem medikamentös eingestellten Blutdruck zu einem höheren Risiko führt.